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Ein Verband im Wandel der Zeit: |
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In der harten Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg,
als das Gründen von Vereinen und
Verbänden von den Besatzungsmächten wieder zugelassen wurde, hat eine Gruppe
von
Brennereibesizern die Wiedergründung eines Brennereiverbandes geplant.
Auf diese Anregung hin wurden überall in den Kreisstädten Versammlungen abgehalten
und Kreisverbände
gegründet. Die Versammlungen bestellten immer einen Vorsitzenden und einen
Kassier. Meist sind auch alle Teilnehmer dieser Gründungsversammlungen sofort
dem Verband beigetreten. |
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Im Juli 1948 verschickte Stefan Mennel aus
Wangen-Neuravensburg Einladungen, zu der am 9. August 1948 um 10 Uhr, im Gasthaus "Krone"
in Sigmaringen stattfindenden Neuaufrichtung bzw. Gründungsversammlung der Obst-
und Kleinbrenner von Württemberg und Hohenzollern.
In dieser Versammlung wurde der Landesverband gegründet. Es wurde eine entsprechende
Satzung verabschiedet und Stefan Mennel zum Vorsitzenden gewählt. Albert Schlotterbek
wurde zum Stellvertreter bestellt.
Der Verband konnte nun seine Geschäfte aufnehmen. Im Laufe des Jahres 1948 mußte
die beschlossene Satzung auch der Militärregierung vorgelegt werden, welche die
Satzung jedoch nicht genehmigte.
Der Hauptgrund zur Ablehnung war, daß
das Verhandsgebiet größer war, als das Gebiet der damaligen französischen
Militärregierung. Weiterhin lagen auch noch nicht alle Gründungsprotokolle
der Kreisverbände vor.
So mußte die Satzung überarbeitet und den Wünschen der Militärregierung
angepasst werden.
Zur nächsten Jahreshauptversammlung
(Landesversammltung) am 27. Mai 1949 wurde eine überarbeitete Satzung vorgelegt
und verabschiedet.
Der Verband bekam nun auch seinen noch heute gültigen Namen:
Verband der Klein- und Obstbrenner in Südwürttemberg-Hohenzollern.
Die neue Fassung der Verbandssatzung wurde in deutscher und französischer Ausfertigung
nun erneut der Militärregierung vorgelegt, welche diese dann auch ohne Beanstandung
genehmigte.
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Stephan
Menel |
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Zu erwähnen ist noch, dass der 1.Vorsitzende
Herr Menel während dieser Sitzung am 27.Mai 1949 aus gesundheitlichen Gründen
zurücktrat und sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Herr Schlotterbeck
weitergab. Zum neuen Stellvertreter wurde Herr Anton Probst aus Ravensburg-Torkenweiler
gewählt. |

Albert
Schlotterbeck
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Die ersten Jahre der Arbeit waren geprägt
von vielen Verhandlungen mit den Zollverwaltungen. Es wurden die Übernahmepreise
ausgehandelt und es gab Probleme bei verschiedenen brennrechtlichen Fragen sowie damals
schon bei den Ausbeutesätzen. Auch aufgrund der guten Zusammenarbeit mit dem 1950
gegründeten Bundesverband Deutscher Obst- und Kleinbrenner konnte viel für
die Mitglieder erreicht werden. Dieser Bundesverband in welchem wir heute mit 7 weitere
Landesverbände einen starke Intressengemeischaft bilden, verhandelte schon damals
mit den Politikern unserer Republick und allen Dienststellen welche sich mit Alkohol
und dem Brennereiwesen beschäftigen.
Die Bildung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und später der Europäischen
Union brachte neue Probleme für die Klein-Brenner mit sich. Es wurde notwendig
über unseren Bundesverband auch auf europäischer Ebene Verbindungen aufzunehmen
und Kontakte zu knüpfen. So wurde z.B. auch die Europäische Alkoholunion
gegründet. Ständige Gefahren für das Branntweinmonopol, sei es durch
Kräfte in Deutschland oder durch Forderungen in Europa eine Agraralkoholmarktordnung
ins Leben zu rufen, konnten immer wieder auch Dank der Hilfe der Politik abgewendet
werden.
Der Landesverband Südwürttemherg-Hohenzollern, 1949 mit 18 Kreisvcrbänden
gegründet, hat heute durch Fusion von Kreisverhänden noch 13 Bezirksverhände.
Sie alle kommen ihrer Funktion, den Brenner in allen Brennereifragen zu beraten und
zu informieren mit grossem Angagement nach.
Nach 25 jähriger Tätigkeit als Vorsitzender des Verbandes trat Albert Schlotterbek
aus Rücksicht auf seine Gesundheit zurück. Die Landesversammlung wählte
ihn auf Grund seiner Hohen Verdienste um das Brennereiwesen zum Ehrenvorsitzenden.
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Nachfolger wurde im Jahre 1974 Walter Böhmer
aus Ettishofen, Bezirk Ravensburg.
Herr Walter Böhmer, der Landwirt und Brennereibesitzer war, kannte sich bestens
aus mit den Sorgen und Wünsche seiner Verbandsmitglieder. In seine Amtszeit fiel
die Einführung der Mehrwertsteuer und der Vorschlag, die Kleinbrennereien abzuschaffen
und durch Genossenschaftsbrennereien zu ersetzen. Der energische und geschlossene Widerstand
aller organisierten Kleinbrenner konnte dies jedoch verhindern.
Ebenfalls unter dem Vorsitz von Herrn Böhmer hat der Verband erstmals einen Informationsstand
mit Schnapsverkauf auf der Obst- und Gartenausstellung in Friedrichshafen eingerichtet.
Das starke Interesse der Messebesucher hat den Verband veranlaßt dies als eine
bleibende Einrichtung beizubehalten.
Ein Kriegsleiden hat den Vorsitzenden Böhmer 1985 nach 11 Jahren Tätigkeit
für den Verband veranlaßt, den Vorsitz aufzugeben. Er wurde von der Landesversammlung
einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. |

Walter
Böhmer
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Zur gleichen Stunde wurde Herr
Rupert Lehle vom Bezirksverband Tettnang zum Landesvorsitzenden, sowie Herr Anton Probst
jun. aus Ravensburg-Torkenweiler zum stellvertretenden Landesvorsitzenden bestellt.
Für dieses neue Führungsteam (beide Landwirte und Brennereibesitzer) galt
es nun das von den Vorgängern Erreichte zu erhalten und Neues zum Wohle der Brenner
in Südwürttemberg Hohenzollern anzugehen.
Hierzu gehörte auch die Durchführung der ersten Branntweinprämierung,
welche in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Nordwürttemberg stattfand.
Nicht nur der kollegiale Wettstreit sollte den Brennern ein besonder Anreitz sein,
sondern auch die Chance die prämierten Produkte für den Endverbraucher sichtbar
attraktiver zu machen und als geprüfte Qualitätsspirituose anbieten zu können.
In der Hauptversammlung der Vorsitzenden und Delegierten aller Bezirksverbände
in Sigmaringen, am 7.3.2001 trat Rupert Lehle als Landesvorsitzender zurück.
Rupert Lehle wurde von den Vorstandsmitgliedern und den anwesenden Gästen goßer
Fleiß, Tatendrang sowie hohe Kompetenz und Besonnenheit bescheinigt. Seine Verdienste
um den Verband wurden mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden entsprechend gewürdigt. |

Rupert
Lehle
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Frau Claudia Metzler, Landwirtschaftsmeisterin
und Bäuerin aus Bodnegg wurde in dieser Hauptversammlung einstimmig zur Nachfolgerin
gewählt.
In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesverband
setzt Sie sich nicht nur für die Belange der über 3000 Kleinbrenner im Verbandsgebiet
ein, sondern auch für den Erhalt der noch bestehenden ökologisch wertvollen
Streuobstwiesen. Die Verwertung von Obst über den Brennkessel ist von existenzieller
Bedeutung für den weiteren Bestand dieser regionaltypischen Kulturlandschaft.
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Claudia
Metzler
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